In Butzbach – Ostheim ist der Hamster noch heimisch
Kelterei Müller unterstützt „Hamsterhelfer“

Bei einer vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisverband  Wetterau veranstalteten naturkundlichen Wanderung am 30. September 2017 konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, dass der hessenweit vom Aussterben bedrohte Feldhamster in der Ostheimer Feldgemarkung keine Seltenheit ist. Die Wanderung wurde vom Landschaftsökologen Matthias Gall geführt, der sich seit 20 Jahren mit der Tierart befasst.

Gall konnte 15 Naturbegeisterte begrüßen, die sich auf die Spuren des am stärksten gefährdeten Säugetiers Mitteleuropas machten. Der possierliche, bunte Untergrundbewohner hat auch in Hessen nur noch wenige intakte Populationen. Eine davon lebt zwischen Butzbach im Norden, Ober-Mörlen im Süden sowie dem Taunusrand im Westen und der Wetter im Osten. Um dieses Vorkommen zu schützen, so erläuterte Gall, werden vom Land Hessen Mittel zur Anlage von „Erntestreifen“ zur Verfügung gestellt. In den Streifen bleibt das Getreide bis Anfang Oktober stehen. Lage und Umfang der Streifen werden in Zusammenarbeit der Fachstelle Agrarumwelt des Wetteraukreises mit den örtlichen Landwirten unter fachlicher Beratung durch Herrn Gall festgelegt. Im Jahr 2017 hat auch der Kreisverband des BUND eigene Mittel beigesteuert, die in zwei Maßnahmenflächen zwischen Rockenberg und Nieder-Weisel flossen.

Erntestreifen

Dass diese Gelder gut angelegt sind, konnte Gall den begeisterten Naturfreunden in den besuchten Erntestreifen veranschaulichen. Meist nur wenige Meter voneinander entfernt, hatten die eifrigen Untergrundbewohner hier beeindruckende Winterbaue mit mächtigen Erdaushüben („Hamsterburgen“) und den typischen Fall- und Schlupfröhren angelegt. Hier, so der Referent, gingen die Tiere nun in mindestens einem Meter Tiefe in den Winterschlaf. In den Streifen waren sie wegen der guten Deckung nicht nur vor Feinden geschützt, sondern hätten auch ausreichend Wintervorrat hamstern können.

Mattthias Gall erklärt einen Hamsterbau zwischen Erntestreifen

Voller tierischer Eindrücke kehrten die Wanderer nach etwa 90 spannenden Minuten zu ihrem Ausgangsort am Ostheimer Bahnhof zurück, wo sie für ihre Teilnahme mit einer Flasche des beliebten Hamstersafts belohnt wurden. Diesen hatte die Kelterei Müller zur Verfügung gestellt, die sich in Kooperation mit den Hamsterschützern seit Jahren für den Schutz des seltenen Ackerbewohners stark macht. Abschließend wurde auf die Homepage „hamsterhelfer.de“ hingewiesen. Dort werden regelmäßig Neuigkeiten zum Feldhamster in der Wetterau veröffentlicht.

Zahlreiche Erntestreifen wurden auf diesem Feld stehen gelassen.
Eingang eines Hamsterbaus durch eine Fallröhre.
Quelle: Creative Commons, Agnieszka Szeląg

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